Orientierungsstufe

Aufnahme

In die Orientierungsstufe aufgenommen werden Schülerinnen und Schüler, die auf Grund ihrer Hörschädigung oder Sprachbeeinträchtigung einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot haben. Den Anspruch stellt das staatliche Schulamt auf dem Hintergrund eines sonderpädagogischen Gutachtens fest. Alle Eltern, die eine Überprüfung dieses Anspruches wünschen, können sich mit dieser Bitte auch direkt an die Lindenparkschule wenden. Schülerinnen und Schüler, die bereits eine Sprachheilschule oder Hörgeschädigtenschule besuchen, werden direkt von der abgebenden Schule an der Lindenparkschule gemeldet.

Unterricht

In der Orientierungsstufe der Lindenparkschule werden Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Bildungsgänge (in der Regel Haupt- und Realschule) gemeinsam unterrichtet. Da sich nach der Grundschulzeit oft noch nicht sicher sagen lässt, welches Bildungsziel (Haupt- oder Realschulabschluss oder Abitur) ein Kind erreichen wird, wollen wir jedem einzelnen ermöglichen, auf dem Hintergrund seiner Stärken und Schwächen ein möglichst passgenaues Bildungsangebot zu erhalten. Bis Ende der 6. Klasse kann der zunächst vereinbarte Bildungsgang jederzeit gewechselt werden.
Aus diesem Grunde wird der Unterricht einerseits als Klassenunterricht durchgeführt, in dem die Kinder durch gezielten Einsatz der Lehrersprache, sprachheilpädagogische Maßnahmen, Einsatz von Gebärden u.a. ihre sprachlichen Kompetenzen erweitern können. Andererseits gibt es individualisierte Lernformen, insbesondere im Rahmen der regelmäßigen Wochenplanarbeit (5. Klasse 5. Stunde, 6. Klasse 6. Stunde), in denen die Kinder aus einem individuell zusammengestellten Lernangebot wählen können. Dabei können sie selbstständiges Arbeiten, Selbstkontrolle und –steuerung des eigenen Lernprozesses üben. Im Rahmen dieser Wochenplanarbeit werden auch Angebote zu Kleingruppenförderung oder Einzeltherapie zur Verfügung gestellt.
Im Fach Englisch zeigen sich spätestens Ende Klasse 5 große Leistungsunterschiede. Da für den Lernfortschritt in diesem Fach viel Sprachumsatz notwendig ist, der in stark individualisierten Lernformen (wie z.B. Wochenplan) nicht so gut erfolgen kann, werden bei Bedarf ab Klasse 6 die Klassenverbände aufgelöst und ein Kurssystem angeboten. In diesen Kursen können die Kinder ihrem Niveau gemäß lernen. Auch in anderen Fächern kann der Unterricht klassenübergreifend erfolgen.

Ergänzende Förderung und Therapie

Zu Beginn der 5. Klasse werden die Schülerinnen und Schüler bezüglich ihrer Lernvoraussetzungen, insbesondere im Lesen, Schreiben und in der Sprache überprüft. Wird ein Förderbedarf festgestellt, der im Rahmen des Klassenunterrichts nur eingeschränkt berücksichtigt werden kann, erhalten die Kinder einzeln oder in Kleingruppen ergänzende Förder- oder Therapieangebote. Diese finden in der Regel im Rahmen der Wochenplanarbeit oder am Blocknachmittag (Dienstagnachmittag) statt. Inhaltlich können diese Angebote Lese- oder Rechtschreibförderung, Wortschatzarbeit, Übungen zur Artikulation oder Grammatik umfassen sowie das Erlernen der Gebärdensprache (dgs) und vieles mehr.

Leistungsmessung und Zeugniserstellung

Vor der Aufnahme in die 5. Klasse wählen die Eltern unter Berücksichtigung der Empfehlung der abgebenden Schule und in Rücksprache mit ihrem Kind den Bildungsgang. Die Zeugnisse werden gemäß der Wahl des Bildungsganges erstellt (Hauptschule oder Realschule oder Förderschule). Die Leistungsmessung orientiert sich in der Regel am gewählten Bildungsgang, um den Eltern und Schülerinnen und Schülern eine realistische Rückmeldung bezogen auf den gewählten Bildungsgang geben zu können. Dazu werden Klassenarbeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bzw. unterschiedlichem Umfang erstellt.
Um ganzheitliche Lernerfahrungen zu ermöglichen und den Kindern positive Leistungsrückmeldungen zu geben, werden Klassenarbeiten durch weitere Arbeitsformen und Leistungsnachweise (z.B. Referate, Buchvorstellungen, Präsentationen, Portfolios u.ä.) in den Hauptfächern ergänzt. Diese werden derzeit erprobt. Auch erhalten die Schülerinnen und Schüler Kurztests in unterschiedlichen Niveaustufen, die sie selbst auswählen können. So lernen sie zunehmend ihre Kompetenzen besser einzuschätzen.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Zu Beginn jedes Schuljahres findet ein Elternsamstag statt, in dem wichtige Fragen besprochen und Informationen ausgetauscht werden können. Zum Halbjahr wird gemeinsam mit Eltern und ggf. Erzieherinnen und Erziehern ein gemeinsames Förderplangespräch geführt, in dem wesentliche Ziele für den weiteren Lern- und Entwicklungsprozess der Kinder gemeinsam besprochen und vereinbart werden. Mit den Kindern finden diese Gespräche lernbegleitend statt.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Anja K. Theisel
Fachschulrätin
Leiterin der Abteilung Sprachbehinderte und des Bildungsgangs
Werkrealschule Hauptschule/Förderschule Hauptstufe

Tel.: 07131 9469 328
Mail: anja.theisel@heimsos-hn.kv.bwl.de

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